Rettet die Offenbarung 4/9: Heiliger Krieg

Benutzt Gott Gewalt, wenn er die Welt richtet und Krieg führt? Diese Frage ist angebracht, da das Buch der Offenbarung anscheinend Gott in gewalttätigen Bildern darstellt. In dieser Predigt werden wir mehrere Bilder betrachten, die Gott als gewalttätig beschreiben. Wir werden aufzeigen, dass sie eigentlich genau das Gegenteil ausdrücken wollen.

Als Erstes müssen wir verstehen, dass die Schlacht in der Offenbarung eine Schlacht der Wahrheit gegen die Täuschung ist. In der Zeit von Johannes (dem Autor des Buches) schien es, also ob die Christen verlieren, weil sie im römischen Reich umgebracht wurden. In Anbetracht der Lage konnte man behaupten, dass die Wahrheit so aussieht, dass Rom und die Imperien dieser Welt in ihrem Kampf gegen die Christenheit gewinnen. Es schien, als würde Satan siegen.

Doch das war eine Täuschung und Gott zeigte Johannes die wahre Situation. Gott zeigte Johannes, dass der lammesähnliche Jesus bereits gesiegt hatte und im Kampf gegen das Böse gewinnt. Und Gott tat das nicht auf gewalttätige Weise, wie die Welt es macht. Das Buch der Offenbarung verwendet mehrere Bilder, welche zeigen, wie Gott die Gewalt auf den Kopf stellt. Die drei wichtigsten Beispiele sind der Löwe, die Armee des Lammes und Gottes Weinpresse.

Der Löwe ist ein traditionelles Bild für Macht und Gewalt. Dieses Bild wird aber sofort auf den Kopf gestellt, und der Löwe wird zu einem geschlachteten Lamm.

In der jüdischen Geschichte war die Armee des Herrn ein Bild für diejenigen, die aufstehen und mit dem Messias kämpfen, um Israel von seinen Unterdrückern zu befreien. Eine gewalttätige Armee, genauso wie die Armee, die Israel benutzte, um das Land Kanaan einzunehmen. Die Israeliten hatten eine Vorstellung von Gerechtigkeit, die auch heutige Christen sehr attraktiv finden. Doch Gott dreht diese Idee um.

In der Offenbarung benutzt Gott zwar das Bild der Armee, verändert aber gewisse Dinge um ein anderes Bild zu vermitteln als jenes, welches den Juden geläufig war. Unter anderem ist die Armee nicht mehr nur jüdisch, sondern setzt sich aus allen Nationen zusammen. Die Tatsache, dass sie bereits blutbedeckt waren bevor sie in die „Schlacht“ zogen, und nicht erst hinterher, zeigt, dass Jesus die Schlacht bereits geschlagen hat. In der jüdischen Geschichte kamen die Leute mit blutverschmierten Kleidern aus der Schlacht zurück. Aber der Armee von Jesus schlossen sich Menschen an, indem sie selbstaufopfernd lebten. In der Offenbarung werden sie Märtyrer genannt.

Gottes Weinpresse ist ein weiteres Bild, welches die Juden benutzten, um darauf hinzuweisen, dass Blut fließen würde. Auf den ersten Blick scheint es in Offenbarung 14, dass Gott seine Feinde auf sehr blutige Weise vernichtet. Wenn man den Text jedoch genauer betrachtet, wird klar, dass das Blut von den Märtyrern stammt und für diejenigen zubereitet wird, welche die Märtyrer umbrachten. Das zeigt wiederum, dass sich Gottes Zorn hier nicht gegen diejenigen richtet, die ausgequetscht werden, sondern gegen diejenigen, welche sein Volk misshandeln.

Aber selbst dort wo sein Zorn sich auf sie richtet, übt Gott keine Gewalt gegen sie aus. Vielmehr sind es die Konsequenzen ihrer eigenen Taten und Sünden, welche auf sie selber zurückfallen. Das Trinken von Blut ist ein Symbol für böse Entscheidungen, die auf diejenigen zurückfallen, welche diese bösen Entscheidungen getroffen haben. Sie werden die Konsequenzen des Bösen, welches sie gesät haben, erfahren.

Das letzte Gericht Gottes wird kein von Gott angezetteltes Blutvergießen sein. Vielmehr wird Gott dem Bösen erlauben, sich selbst zu verzehren und der Sieg des Kreuzes besteht darin, nicht wie die Welt zu sein und zu handeln. Obwohl diese Bilder im Stile des ersten Jahrhunderts dargestellt werden, enthalten sie trotzdem auch eine Botschaft für uns heute. Zwar werden wir in der westlichen Welt nicht für unseren Glauben getötet, aber es gibt trotzdem viele Arten, wie wir uns opfern und unserem eigenen Selbst sterben müssen, um für Christus zu leben. Die Offenbarung zeigt auf, dass dies der wahre Weg zum Sieg ist.

 




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